Songtext
Ich wollt nur kurz zum Supermarkt
Ein Brot ne Milch nicht groß geplant
Doch kaum fahr ich auf den Parkplatz drauf
Da geht der Wahnsinn richtig auf
Rentner Manager mit Kinderwagen
Jeder will noch schnell was haben
Vierzehn Uhr die Hölle bricht los
Warum sind die Regale bloß so groß
Ein kurzer Einkauf dacht ich naiv
Doch der Einkaufswagen wurd schnell schief
Zwanzig Minuten nur für die Tür
Deutschland kauft ein als wär Krieg hier
Freitag Punkt vierzehn alles voll
Alle zur Fleischtheke das ist kein Groll
Toilettenpapier in der linken Hand
Sonderangebote machen sich bekannt
Bier und Butter Obst im Glas
Alles muss mit es ist schon fast krass
Ich will nur ein Joghurt flüstere ich
Aber Omi blockt und schaut mich zickig an
Die Scanner piepen das Band ist voll
Die Kassiererin ist hart doch toll
Ein Businessmann mit Bluetooth im Ohr
Schreit hier ist kein Quark ich schwör
Dreißig Minuten später ich steh noch da
Ein Einkaufswagen wie ein Altar
Die Leute rennen wie auf der Flucht
Nur wegen nem Pfund Hack und Kuchenluft
Freitag Punkt vierzehn immer das Gleiche
Die Deutschen auf Jagd methodisch fleißig
Man grüßt sich nicht man rammt sich weg
Wegen zwei Dosen Mais und etwas Speck
Ein Vater steht mit Baby im Arm
Das Kind brüllt laut doch er bleibt charmant
Die Oma will durch sagt ich war hier
Der Papa nickt und denkt nie mehr vor vier
Ich komm nach Haus mit leerem Blick
Statt Brot fünf Packungen Wurst von Pick
Doch irgendwie fühl ich mich wie daheim
Zwischen Schlangenspaß und Einkaufspein
Freitag Punkt vierzehn wir stehn parat
Das Volk in Reihn der Einkaufsstaat
Man schimpft man flucht man lacht sich schlapp
Und nächste Woche gehts wieder ab
Deutschland deine Einkaufsrituale
Sind Krieg mit Einkaufswagen auf royale Skala
Es fing ganz harmlos an:
„Ich hol nur kurz was fürs Wochenende.“
Gesagt, gedacht – gefahren.
Freitag, 14:07 Uhr.
Und da passierte es:
Ich betrat den Supermarkt… und war nicht allein.
Nicht nur nicht allein – ich war plötzlich Teil eines geheimen Rituals, einer Art deutschem Wochenend-Völkerwanderungsfest.
Links die Rentner – mit präzise vorbereiteten Einkaufslisten, Lesebrille auf der Nase, maximaler Einkaufswagenmanövrierkunst und der Fähigkeit, das perfekte Angebot 48 Meter im Voraus zu wittern.
Rechts die gestressten Mütter – drei Kinder im Schlepptau, die nach Haribo greifen, während sie versuchen, zwischen Gemüse, Wursttheke und Quengelzone die Nerven zu behalten.
Und mittendrin: Der Anzugträger mit Bluetooth-Headset, der eigentlich "nur kurz einen Joghurt holen" wollte und nun zwischen Grillsaucen und Toilettenpapier ausgerechnet seinen Chef trifft.
Es ist ein deutsches Naturphänomen:
Freitag, 14 Uhr.
Alle.
Wirklich. Alle.
Egal ob Aldi, Rewe oder der gute alte Edeka.
Irgendwo zwischen Angebotswoche und Parkscheibe wird das Einkaufen zur Olympiade der Organisation.
Und ich?
Ich stand da – mit meinem Einkaufszettel, der eigentlich aus einem Wort bestand:
„Kaffee“
…und kam mit zehn Artikeln, zwei Gesprächen, einem Gratis-Käsewürfel und leichtem Nervenzucken wieder raus.
Da wusste ich: DAS wird ein Lied.
Ein Lied über uns.
Über Einkaufswagen als Panzer des Alltags.
Über spontane Preisvergleiche, das Mysterium der Fleischtheke und die deutsche Tugend, selbst beim Joghurtkauf gründlich zu sein.
Also: Danke Deutschland.
Ihr seid die Einzigen, die aus „mal eben was holen“ eine Erfahrung machen, über die man singen muss. 😄
Und was sagt der Deutsche selbst dazu?
„War ja gar nicht so voll heute…“
Song-Info
- Interpret
- jesusTALK
- Typ
- Single
- Track
- #1
- Jahr
- 2025
- ISRC
- QZTAU2520629