Vaterunser (Mt 6,9–13)
Dieses Gebet stammt aus dem Alten Bund und wird hier behutsam in die Wahrheit des Neuen Bundes übertragen.
Originalgebet
So sollt ihr nun also beten: Unser Vater, der du bist in dem Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Es komme dein Reich.
Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden.
Gib uns heute unser tägliches Brot.
Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern.Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit!
Amen.
Kontext Alter Bund
Erkenntnisse im Neuen Bund
Das Vaterunser ist ein Lehrgebet, das Jesus VOR dem Kreuz gab. Seine Jünger kannten noch keinen freien Zugang zum Vater. Nach dem Kreuz hat sich alles verändert:
- ›Identität: Du bist Kind Gottes, nicht Bittsteller (Joh 1,12; Gal 4,6-7)
- ›Vergebung: Bereits ein für alle Mal vollbracht (Hebr 10,10-14). Du musst nicht mehr um Vergebung bitten, sondern danken, dass sie steht.
- ›Versorgung: In Christus bist du mit allem Geistlichen gesegnet (Eph 1,3). Empfangen statt betteln.
- ›"Führe uns nicht in Versuchung" — Gott versucht niemanden (Jak 1,13). Im Neuen Bund bitten wir um Leitung, nicht um Verschonung.
- ›Das Vaterunser ist ein Übergangsgebet: Es zeigt die Richtung, aber das Kreuz hat die Tür geöffnet.