#7 Tradition Alltag

Morgengebet (klassisch: „Gott sei mit mir“)

Dieses Gebet stammt aus kirchlicher oder volksfrommer Tradition und wird hier im Neuen Bund eingeordnet.

Originalgebet

Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn,

dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast,

und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel,

dass dir all mein Tun und Leben gefalle.

Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände.

Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.

Amen.

Hintergrund

Lutherisches Morgengebet (16. Jh.). Formuliert nach Reformation, aber teilweise noch Alter-Bund-Sprache ('behüten'). Anpassung nötig.

Erkenntnisse im Neuen Bund

Luthers Morgengebet (16. Jh.) bittet um Bewahrung "vor Sünden" und dass "all mein Tun dir gefalle". Im Neuen Bund sieht das anders aus:

  • Gott wohnt IN dir (1Kor 3,16; 6,19) — du bittest nicht um Nähe, du HAST sie
  • Du gefällst Gott nicht durch dein Tun, sondern durch Christus (Eph 1,6)
  • Der Heilige Geist führt dich von innen, nicht von aussen (Röm 8,14)
  • Statt "behüte mich vor Sünde": Ich bin gerecht in Christus und entscheide aus dem Geist

Angepasstes Gebet

Vater, danke, dass du in mir wohnst. Ich richte meinen Sinn auf dich aus und empfange heute Weisheit, Frieden und Kraft. Leite meine Entscheidungen durch deinen Geist. Ich gehe als dein Kind in diesen Tag. Amen.

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